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Hühnerhaltung
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Liebe Geflügelfreunde!

Sie möchten sich eigene Hühner zulegen und in Ihrem Garten ein Hühnerparadies schaffen, um sich selbst mit frischen Eiern zu versorgen? Eine schöne Idee, die jedoch gut überlegt sein sollte. Neben der Entscheidung für die richtige Hühnerrasse, Stall, Futter und Betreuung zu Urlaubszeit, etc. gelten auch für Hobbyhalter Gesetzesvorgaben:

Nachbarschaftsrecht: Zu welchen Zeiten darf ein Hahn krähen?

Baurecht: Was darf ich wohin bauen und was eben nicht?

Hier kommt der Tierarzt ins Spiel...

Lebensmittelrecht: Abgabe der Eier nur unter bestimmten Voraussetzungen!

Tierschutzgesetz: Nicht immer ist gut gemeint auch gut gemacht!

Arzneimittelgesetz: Alles was als Arznei an den Hühnern angewendet wird, muss dokumentiert werden!

Tierseuchengesetz: Anmeldung der Hühnerhaltung beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse. Für Hühnerhaltungen gibt es die Pflicht zur Impfung gegen die Newcastle Krankheit!

 

Dies sind nur einige Aspekte der Hobbyhühnerhaltung, bitte informieren Sie sich VOR der Anschaffung der Tiere!

Informationen zur Pflichtimpfung:

Die Impfung gegen die Newcastle Kranheit (atypische Gflügelpest) ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Übertragung der Krankheit in den Geflügelbestand erfolgt oft über Zukäufe oder infizierte Wildvögel. Es breitet sich im Bestand innerhalb kürzester Zeit aus und führt häufig zu hohen Verlusten, bis zu 90% der Tiere sterben! Der Bestand ist infektiös für Wildvögel! 

Grundsätzlich sind Tierimpfstoffe nur durch Tierärzte anzuwenden. Nach den §§ 42 und 44 der Tierimpfstoff-Verordnung [6] gibt es lediglich Ausnahmen für gewerbs- und berufsmäßige Tierhalter.
 
Wo liegt also das Problem? Alle impfen und schon haben wir kein Problem..es könnte alles so einfach sein...
 
Die Hersteller der Impfstoffe sind auf ihre Hauptabnehmer, die Industrie spezialisiert. Je größer der Bestand, um so einfacher die Impfung: Die kleinsten Gebinde sind Impfstoffdosen für 500 Tiere.
 
Grundsätzlich kommen zwei unterschiedliche Impfstoffarten zum Einsatz. Einerseits ein Lebendimpfstoff und andererseits ein Totimpfstoff. Der Lebendimpfstoff wird üblicherweise dem Trinkwasser beigemischt, welches dann innerhalb von vier Stunden von den Hühnern getrunken werden muss. Der Totimpfstoff muss jedem Huhn einzeln injiziert werden. 
 
Das Immunsystem der Hühner reagiert unterschiedlich auf die Impfstoffe, was auch zu einem unterschiedlich langen Impfschutz führt. Nach der Lebendimpfung wird ein Impfschutz von 6 Wochen bis maximal 3 Monaten erreicht, dann muss die Impfung aufgefrischt werden, alle 6 bis 12 Wochen!
 
Das Immunsystem der Hühner reagiert auf den Totimpfstoff wesentlich intensiver, was zu einem deutlich längeren Impfschutz führt. Der Impfschutz nach der Totimpfung beträgt 12 Monate. Folglich muss die Totimpfung nur einmal jährlich durchgeführt werden.
 
Dies gilt für "fertig geimpfte, erworbene Hühner", für selbst ausgebrütete Hühner gelten die Vorgaben einer "Grundimmmunnisierung" (unmittelbar nach dem Schlupf, 6. Woche und nach weiteren 6 bzw. 12 Wochen).
 
Impfstoffe sind grundsätzlich vom Tierarzt anzuwenden, was besonders in kleinen Haltungen zu höheren Kosten führen kann. Nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) entstehen folgende Kosten:
 
1   Anfahrt, Wegegeld.  
2.  Bestandsuntersuchung vor der Impfung.  
3.  Die Impfung selbst.  
4. Kosten der Dokumentation, das Impfzeugnis und  für den tierärztlichen Anwendungs- und Abgabebeleg beziehungsweise der Eintragung ins Bestandsbuch.  
 
In der Tat sind das hohe Kosten für die Impfung einiger weniger Hühner. Ich empfehlen daher den Hühnerhaltern von Kleingruppen die einmal jährlich zu erfolgende Totimpfung mittels Injektion. 
Wenn sich mehrere Hobbyhalter zusammenschließen wird die Impfung entsprechend günstiger.
Zu beachten ist, dass die Impfstoffe innerhalb sehr kuzer Zeit (zwei Stunden) verabreicht werden müssen!
 
Nach erfolgter Impfung, egal mit welchem Impfstoff geimpft wurde, dürfen die Eier weiterhin verzehrt werden. Für Eier gilt eine Wartezeit von 0 Tagen. Die Wartezeit für das essbare Gewebe (das Huhn selbst) beträgt Impfstoffabhängig bis zu 2 Tage.

Weitere Informationen:

 

https://bauernhahn.de/

 

https://stiko-vet.fli.de/de/aktuelles/einzelansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=101&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1e16dd9374f56d0b8a28343db8202942

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